"Von Firmen über unsere Handwerker:innen bis hin zu den Senator:innen, bei uns laufen alle irgendwann mal auf.“ - Jana Walloscheck berichtet uns in historischer Atmosphäre im Raum 207 des Haus des Reiches von ihrem Beruf als Mitarbeiterin in der Hausverwaltung, im Bereich "Innere Dienste, Gebäude“ des Senators für Finanzen (SF). Seit 2020 ist sie Teil des 16-köpfigen Teams, in dem zum Beispiel auch die Geschäftsstelle und die Bauleitung angesiedelt sind.

Jana Walloscheck vor dem Bild Fisch-Lucie
Jana Walloscheck vor der "Fisch-Lucie“, in der Bremer Frauengeschichte bekannt als "Powerfrau aus der Neustadt“, einer Leihgabe der Kunsthalle Bremen. Durch ihre Tätigkeit kennt Frau Walloscheck viele Hintergründe und Geschichten zu den Gebäuden und Einrichtungsgegenständen. Fotos: Michael Schnelle, Fotoarchiv SKB-Bremen

"Abwechslungsreich, interessant und kundenorientiert“ sei die Arbeit in der Hausverwaltung. Direkt in den ersten Tagen der Tätigkeit eines/einer neuen Mitarbeiter:in im Haus des Reichs entstehe der erste Kontakt mit der Hausverwaltung: Der Schlüssel für das Büro werde übergeben. Deshalb werde die Hausverwaltung vor allem damit – und mit der Organisation von Umzügen – verknüpft. Was aber alles im Hintergrund laufe, bekomme man gar nicht mit.
Grundsätzlich ist die Hausverwaltung in enger Abstimmung mit Immobilien Bremen für alle Gebäude des Senators für Finanzen zuständig, dazu zählen unter anderem: Das Haus des Reichs, die IT Garage, den Standort der Koordinierungsstelle für IT-Standards in der Langenstraße, das Finanzamt an der Reeperbahn, das Robert-Krämer-Haus, die Räumlichkeiten des Gesamtpersonalrats und der Schwerbehindertenvertretung in der Knochenhauerstraße, den Standort des Finanzamts in Bremen Nord. Neben der Schlüsselausgabe und der Organisation von Umzügen verantwortet die Hausverwaltung unter anderem auch die Koordination von Reinigungskräften, Bestellung von Reinigungsmitteln, Beauftragung und Koordination der Handwerker:innen, Schädlingsbekämpfung. In der Coronazeit habe die Hausverwaltung auch viele organisatorische Tätigkeiten umgesetzt wie beispielsweise den Impfstatus von Beschäftigten beim Senator für Finanzen zu registrieren oder Schilder mit Hinweisen zu Hygienemaßnahmen zu platzieren. Bei allen Tätigkeiten habe sie sehr viele Schnittstellen, innerhalb und außerhalb des Ressorts. "Wir sind ein eingeschworenes Team mit den Handwerker:innen und Reinigungskräften, auch mit den Pförtner:innen und der Geschäftsstelle und vielen weiteren Bereichen, die Zusammenarbeit klappt sehr gut. Unsere Handwerker:innen haben zum Beispiel im Alten Postamt (Gebäude am Bremer Hauptbahnhof, Anmerkung der Redaktion) als Zusatzobjekt für die Ausbildung bei SF Anpassungen vorgenommen, sodass der Unterricht bestmöglich stattfinden konnte. Jetzt zum Standortwechsel bauen sie die Änderungen zurück und wir beauftragen eine Endreinigung. Außerdem sind wir bereits jetzt in den Umzug von Kolleg:innen ins Tabakquartier (ein neuer Standort des Senators für Finanzen, Gebäudekomplex in Bremen-Woltmershausen, Anmerkung der Redaktion) involviert. Es läuft alles Hand in Hand, da sind wir wirklich froh, dass wir uns gegenseitig aufeinander verlassen und so den Kolleg:innen so gut wie möglich eine Art "Zufriedenheitsgarantie“ für die räumliche Umgebung geben können.“

"Von Firmen über unsere Handwerker:innen bis hin zu den Senator:innen, bei uns laufen alle irgendwann mal auf. Wir haben es mit sehr vielen verschiedenen Charakteren zu tun.“ Sich darauf einzustellen, sei die größte Herausforderung. Jeder Tag sei neu und anders. Neben Linienaufgaben gebe es viele spontane Aufträge. Diese Mischung aus verlässlichen Aufgaben und neuen Herausforderungen, die anzunehmen sind und an denen man wachsen kann, mache den Beruf für Frau Walloscheck besonders interessant. Als Kauffrau für Grundstücks- und Wohnungswirtschaft, ihrer langjährigen Erfahrung in der Hausverwaltung und der zeitweisen Tätigkeit als Hausmeisterin sei sie bestens für den Job gewappnet. "Ich bin stolz, dass ich gut organisieren kann, sodass am Ende alle zufrieden und glücklich sind und wir mit strahlenden Gesichtern belohnt werden. Man sieht auch die Ergebnisse und bekommt die Bestätigung durch die Kolleg:innen oder Firmen.“ Ihre Philosophie ist es, dem Gegenüber ein Lächeln entgegenzubringen, meistens lächle die Person zurück und das Eis sei gebrochen, sodass man sich auf einer ganz anderen Ebene austauschen könne.
Diese Einstellung gebe sie auch gerne an die Auszubildenden weiter, die sie in der Hausverwaltung betreue. Auch Quereinsteiger:innen - wie sie selbst - möchte sie ermutigen, im öffentlichen Dienst einzusteigen, denn die Rahmenbedingungen seien wirklich gut.

"Als Kind wollte ich Nachrichtensprecherin werden, eine Sprechanlage im Haus des Reichs, über die man Hausdurchsagen machen könnte, wäre super – um den Kolleg:innen morgens direkt einen guten Start in den Tag zu wünschen“, scherzt die Frühaufsteherin Frau Walloscheck lächelnd. "Spaß beiseite, ich würde mich freuen, wenn wir unsere Arbeit stärker digitalisieren könnten. Wir haben auch schon Ideen wie z.B. elektronische Schlüssel. Und: Hoffentlich sind die "Corona-Bestellungen“ irgendwann abgeschlossen, vielleicht gibt es dann andere Sachen, aber das nicht mehr.“

Vielen Dank, Jana Walloscheck!